Reihe Umgang mit Mitarbeiterkonflikten: Wenn hinter dem Rücken gesprochen wird – wie Führung konstruktiv mit Bürolästereien (Flurfunk) umgeht
Auch in vielen Schweizer KMUs entsteht manchmal ein anderer Ton hinter vorgehaltener Hand. Mitarbeitende reden über Kolleg:innen, hinterfragen Entscheidungen oder äußern Frust nicht direkt, sondern im Pausenraum oder via Chat. Der sogenannte „Flurfunk“ kann harmlos sein – oder die Teamkultur langsam untergraben.
Wie sollten Führungspersonen reagieren, wenn sie merken: Es wird hinter dem Rücken gesprochen – vielleicht sogar über sie selbst?
- Nicht ignorieren – aber differenzieren
Nicht jeder Nebensatz ist ein Problem. Entscheidend ist, wie oft, in welchem Ton und mit welchen Auswirkungen gesprochen wird. Werden Misstrauen, Unzufriedenheit oder Spaltung spürbar? Dann braucht es Klarheit. Führung bedeutet auch, Haltung zu zeigen.
2. Ansprechbar sein – aber nicht alles „ausdiskutieren“
Machen Sie klar: Feedback ist willkommen – aber direkt. Kommunizieren Sie, dass Sie Gespräche suchen, wenn Unmut besteht. Seien Sie offen, ohne sich rechtfertigen zu müssen. Mitarbeitende merken schnell, ob jemand präsent ist und zuhört – oder lieber ausweicht.
3. Verantwortung zurückgeben
Wenn Sie konkret erfahren, dass jemand wiederholt über andere spricht, adressieren Sie das in einem ruhigen, persönlichen Gespräch. Fragen Sie: „Was beschäftigt Sie?“ – und: „Was möchten Sie verändern?“ Machen Sie deutlich: Wer Kritik hat, soll den Mut aufbringen, sie dort zu platzieren, wo sie hingehört – nicht am Kaffeetisch.
Fazit: Aus Flurfunk Feedback machen
Hinter-dem-Rücken-Sprechen ist meist ein Zeichen von Unsicherheit oder fehlender Gesprächskultur. Führungskräfte, die mit Offenheit, Klarheit und Konsequenz darauf reagieren, schaffen einen Raum, in dem Unzufriedenheit früh sichtbar wird – bevor sie zum Konflikt eskaliert.
Denn auch das gehört zur Führung: Eine Kultur fördern, in der nicht über, sondern miteinander gesprochen wird.
Unser Angebot
PROCED unterstützt Führungskräfte und Teams dabei, Kommunikationskultur aktiv zu gestalten – mit Coachings, Workshops und gezielter Konfliktprävention /-moderation.
So können sich Ihre Mitarbeitenden auf ihre Kernaufgaben konzentrieren, während wir für einen reibungslosen Ablauf im HR Management sorgen.
Nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns zu unterstützen.
Zur Person
Martin Benz ist seit 2012 als Geschäftsführer und Business Coach bei PROCED GmbH.
Katharina Heller arbeitet als Unternehmensberaterin und Coach. Als Partnerin bei PROCED ist sie zudem Spezialistin für Verhaltensänderungen im Team und und Themen rund um den Einsatz von Technologie in der Personalarbeit.